PDF Probleme bei der Monitordarstellung

27.06.2011 14:12 von Jens Czapski (Kommentare: 1)

Vor einiger Zeit stolperte ich in InDesign über ein Phänomen, welches ich mir längere Zeit nicht erklären konnte. Zu meinen regelmäßigen Aufgaben gehört auch die Erstellung von Druckanzeigen und Plakaten, die dann druckfertig an Verlage oder Zeitungen geschickt werden. Jedoch gab es mit einem Plakat plötzlich das Problem, das die Darstellung des PDFs am Monitor alles andere als schön aussah.

indesign Ausschnitt

Die Sprache ist von den kleinen hellen Haarlinien (mit den Pfeilen markiert), die je nach Vergrößerung an verschiedenen Stellen sichtbar sind. Beruhigend war für mich, dass ich das PDF in Photoshop öffnen konnte und dort die Linien nicht mehr sah. Und auch ein Test direkt in einer Druckerei und der aufgerasterten Druckvorschau (Volltonpunkte) brachte zumindest die Beruhigung, dass es nicht am PDF lag - obwohl wir auch dort zuerst noch die Haarlinien beim Öffnen sehen konnten. Doch was war es dann?

Nachdem mich nun mehrere Druckereien anriefen und mir sagten meine PDF würde bei Ihnen fehlerhaft dargestellt werden, machte ich mich dann schlau darüber. Die Lösung lautet kurz und knapp:

Darstellungsproblem in Acrobat bei der Verwendung von Transparenzen!

Und genau die waren in der Druckdatei vorhanden. Nur hatte ich eben bei meiner Suche nach der Lösung nicht gleich daran gedacht.

Die Lösung dafür ist einfach. Öffnet man in Acrobat die „Voreinstellungen“ (mit cmd+K am Mac) und wechselt in den Bereich „Seitenanzeige“, so gibt es darin einen Auswahlpunkt „Vektorgrafiken glätten“. Dieser ist standardmäßig nach der Installation aktiviert und sollte deaktiviert werden, um die Vorschau im Acrobat korrekt sehen zu können. Ebenfalls sollte darauf geachtet werden, dass die „Vorschau für Überdrucken“ immer aktiv ist. Auch hier ist die Voreinstellung eine andere.

Acrobat Ausschnitt

Diese beiden Einstellungen bewirken auf verflachte Transparenzen Darstellungsprobleme in Acrobat. Transparente Flächen werden durch das Verflachen oder native Transparenzen* in kleinere Teilflächen unterteilt. Die Vektorglättung glättet jedoch alle einzelnen Kanten, wodurch kleine feine Linien bei der Bildschirmdarstellung entstehen. Diese müssen nicht immer gleich stark zu sehen sein, je nach Zoomstufe des Dokuments.

Im Fall einer Druckvorbereitung kann man das durchaus vernachlässigen, denn eine Transparenz wird zur Erzeugung von Druckformaten in Volltonfarben umgewandelt. Dem Endgerät liegen also nur die Befehle vor, wo gedruckt wird, und welcher Farbton zu verwenden ist. Jedoch ist es halt unschön, wenn man die Dateien lediglich für die Monitorbetrachtungen weitergeben will.

* Kurze Erklärung zu nativen Transparenzen:

Jedes Programm erzeugt Transparenzen auf eine andere Art, sie sind also dem Ursprungsprogramm zugehörig (proprietär). Eine in InDesign erzeugte Transparenz ist also nicht ohne Weiteres in QuarkXPress interpretierbar, sondern muss im Zielprogramm immer erst umgerechnet werden.

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Kommentar von Knut Habicht |

Obwohl ich diese Einstellung als grundsätzliche Vorgabe habe, tritt dieses Problem hin und wieder bei Transparenzen auf. Als zweiten Lösungsansatz empfehle ich deshalb aus InDesign heraus geschriebene PDF-Dateien mit der Einstellung PDF/X-4:2008 zu wählen. Egal, ob die PDF nur für die Ansicht oder für den Druck gedacht ist.

Gruß vom Knut

Antwort von Jens Czapski

Das Handhabe ich je nach Druckerei unterschiedlich.
Wird kein spezielles Format gewünscht, lautet meine Wahl immer PDF/X3:2002. Es empfiehlt sich hier jedoch immer eine direkte Kommunikation mit der Ziel-Druckerei. Und beim zweiten Mal weiß ich ja dann auch schon bescheid.

Schade wäre in solchen Fällen nur, wenn sich meine Kunden selbst mit so etwas beschäftigen müssten, oder plötzlich Flyer/Plakate mit Mängeln bekämen. So etwas kommt mir leider häufiger zu Ohren und hat für mich wenig mit einem Rundum-sorgenlos-Auftrag zu tun. Und den sollte man schließlich seinen Kunden bieten können.

Digitale Grüße
Jens